Mirko

Heute war Mirko da. Jetzt ist er gegangen. Niemand kennt Mirko hier, und seien wir ehrlich, jemanden zu finden, der den Namen  Mirko mag oder trägt, dürfte sich in Berlin als Tagesaufgabe entpuppen.

Nee,  Mirko hat keinen balkanesischen Migrationshintergrund.

Mirkos Opa war in der Ukraine, wohl Waffen-SS. Schon in den Anfangstagen gefallen, bevor der Irrenzirkus, das Morden, erst richtig los ging.

Mirkos Papa wählt rechts, egal wer sich gerade anbiedert. Flachster Flachzangenhintergrund.

Mirko? Mirko ist cannabislabil. Wenn er mich besucht, bleibt der Grasgeruch zwei Tage hängen.

Mirko erzählt. Wie ein Wasserfall.

„Ich kannte mal einen Mirko. Und dieser Mirko hatte immer ungeputzte Zähne, einen Pottschnitt und gezüchteten Sandmann in den Augen. Dies hat mir das Thema Mirko eigentlich auf Lebenszeit versaut.“

Berichtet Mirko von seinem angeblich einzigen Kontakt mit einem Namensvetter in unserer Dimension.

Mirko ist ein relativ neuer Bekannter. Getroffen hab ich ihn – nach Mirkos Erzählung – an der Warschauer Brücke, morgens gg. halb sieben. Mirko war einer der wenigen Unverletzten. Die meisten stellten klaffende Verwundungen zur Schau und brauchten Mitleid.

Mirko rettete einem Bengel aus Birmingham, ich  einer fettigen Neuseeländerin das Leben, bzw. ihr Aussehen. Wir hatten einfach Glück.

Gemeinsam hätten wir abseits des Sirenengeschwirrs ausgeharrt  und während dessen Fragen zur Heisenbergschen Unschärferelation erörtert.

Mir ist das alles neu. Bei Filmriss bleibt aber auch nichts, als eine vertrauenswürdige Quelle.

Mirko?

– to be continued –

 

 

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